Natrium-Pentobarbital – Brücke ins Jenseits

 

Ursprünglich 1915 als Schlafmittel entwickelt und zum Patent angemeldet, wird dieses Barbiturat heute von todkranken, sterbewilligen Patienten benutzt um auf eine Reise zu gehen, von der es keine Wiederkehr gibt.

Lesenswertes zum aktuellen Urteil vom 02.03.2017 des Bundesverwaltungsgerichts in Leipzig bezüglich der Erlaubnis des Erwerbs von Natrium-Pentobarbital in extremen Einzelfällen.

NatriumPentobarbitalArtikelBarbiturate – Aufgezwungene Schlafinduktion mit Konsequenzen

Natrium-Pentobarbital ist ein mittellang wirkendes Derivat der Barbitursäure. Es bindet an die GABA(Gamma-Amino-Buttersäure)-Rezeptoren einer Synapse und wirkt somit inhibitorisch, also hemmend bzw. abschwächend auf die Reizweiterleitung der einzelnen Nervenzellen, wodurch die bekannte Wirkweise des Präparats impliziert wird. Die Substanz sorgt also dafür, dass es nicht mehr zu einer ausgeprägten neuronalen Erregung kommen kann.

Bevor Natrium-Pentobarbtal von moderneren und unproblematischeren Präparaten abgelöst wurde, setzten es Mediziner als gut wirksames Durchschlafmittel sowie teilweise als Beruhigungsmittel ein. Allerdings mit einigen beträchtlichen Nebenwirkungen. So konnte es bei einer längerfristigen Einnahme als Hypnotikum zu einer Entwicklung von einer sowohl physischen wie auch psychischen Abhängigkeit kommen. Wurde Natrium-Pentobarbital nach längerer Einnahme abrupt abgesetzt, führte es gelegentlich zu einem Delirium. Außerdem mussten Patienten mit einer Abhängigkeitssymptomatik das Barbiturat-Präparat langsam und vorsichtig absetzen, da es ansonsten zu epileptischen Anfällen und Kollapsen kommen konnte. Die normale Einnahmedosis lag bei 100-200mg.

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Suizidhelfer Natrium-Pentobarbital

Eine Überdosierung des Präparats ist lebensgefährlich und führt zu einem Herz- und Atemstillstand. Deshalb missbrauchten es oft lebensunwillige Personen in einer expliziten Überdosierung um sicher durch Suizid aus dem Leben zu scheiden. Bekanntestes Opfer einer Überdosierung mit Natrium-Pentobarbital in Verbindung mit Chloralhydrat ist die Filmikone Marilyn Monroe, welche am 5. August 1962 im Alter von 36 Jahren den Folgen einer Vergiftung durch die beiden genannten Substanzen erlag. Unklar hingegen ist, ob es Selbstmord oder Fremdverschulden war.

Ticket ins Jenseits für schwerkranke Menschen – und Tiere

Therapeutisch verwendet wird Natrium-Pentobarbital heute nur noch nach ganz strenger Diagnosestellung bei der Behandlung und Prophylaxe von epileptischen Anfällen, und dieses auch nur dann, wenn alle anderen Therapieversuche bereits versagt haben.

Berühmtheit erlangte Natrium-Pentobarbital erst wieder, nachdem es von einigen Sterbehilfeorganisationen seinen Klienten als sanftes Sterbemittel angeboten wurde. Zu diesem Zweck werden 15 Gramm des Präparats (bereits 2 Gramm können tödlich wirken), das von einem Arzt verschrieben werden muss, in Wasser gelöst. Dieses nimmt der sterbewillige Patient nach Einnahme eines Präparats gegen Übelkeit wie z.B. Metoclopramid selbstständig zu sich. Nach ein paar Minuten fällt die betroffene Person in einen komatösen Tiefschlaf, in dessen Verlauf der Herzschlag und die Atmung aussetzen. Angeblich soll diese Form des Freitods völlig frei von Leid und Schmerz sein. Tatsächlich gibt es nur sehr wenige Berichte, die gegenteiliges behaupten, so dass man einen hohen Wahrheitsgehalt dieser Aussage erwarten darf. Ebenso gilt diese Methode als sicher.

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Auch Tieren ermöglicht das Natrium-Pentobarbital eine schmerzlose Erlösung von ihren Leiden und einen sanften Übergang in den Tod, so dass es von Veterinären zum Einschläfern verwendet wird.

Fazit – Segen oder Fluch

Über die Fragestellung ob diese Substanz eher die Stellung eines Segens oder die eines Fluchs einnimmt, muss wohl jeder selbst nachdenken. Nach den Berichten stellt es für todkranke Menschen eine willkommene Alternative zum unter Umständen von starken Schmerzen begleiteten und leidvollen Sterben da. Ich denke man sollte die eigenständig getroffene Entscheidung der Menschen respektieren, die sich für diesen Weg entschlossen haben und die deshalb auf diese todbringende Substanz und auf die Unterstützung einer Sterbehilfeorganisation zurückgreifen wollen.

Lesen Sie hierzu auch:
Nach Urteil des Bundesverwaltungsgerichts: Sanftes Sterben durch Natrium-Pentobarbital möglich?

26 Gedanken zu „Natrium-Pentobarbital – Brücke ins Jenseits“

  1. Ja, es sollte legal sein, was es in Deutschland aber leider nicht ist.

    Wer eine tödliche Dosis dieses Mittels zum Selbstgebrauch erwerben möchte, sollte das Recht dazu haben. Man sollte dazu auch nicht die Erlaubnis eines Artzes brauchen, wenn sich keiner findet, der das Rezept ausstellt. Schließlich sind diese nur Dienstleister und sollten kein Herrschaftsrecht über das Leben von Patienten haben.

    Allenfalls eine verbindliche Bedenkfrist von ein paar Wochen oder Monaten würde ich für akzeptabel halten, damit der Sterbewunsch als zeitstabil gewährleistet werden kann. Ein Verbot, wie es in Deutschland von der Politik beschlossen wurde, widerspricht dem privaten Selbstbestimmungsrecht des individuellen Bürgers und damit auch seiner Menschenwürde. Da das Verbot im Kern religiös motiviert ist, widerspricht es auch der Religionsfreiheit des Einzelnen. Solche Grundrechte zu verletzen, ist ein schweres moralisches Fehlverhalten der deutschen Politik.

    1. Bin genau Ihrer Meinung!
      Ich bin 88 Jahre alt. Für mich steht fest, dass ich kein Pflegefall werde. Leider ist man in unserem Land gezwungen,dieses Mittel für den ewigen Schlaf, illegal zu besorgen. Welche Sicherheit habe ich aber dabei, dass das Präparat auch 100% das ist was ich wünsche?
      Zur Zeit bin ich noch fit, geistig wie auch körperlich. In meinem Alter macht man sich schon Gedanken, wie man Vorsorge treffen kann für den Ernstfall, vor allem wenn man allein ist!

  2. Ich bekam eine Überdosierung beim Entzug von Benzos. Wäre fast dran gestorben – fiel bewusstlos um und musste mit Notarzt abtransportiert werden. Ich habe die Vermutung dass mich die Ärzte loshaben wollten ! WAS hält ihr davon? bekam 2 Tabletten davon und weil ich langsam das Bewusstsein verlor, wurde ich als Notfall in eine Klinik eingewiesen ….die mir tags darauf sagten, dass dieses Mittel damals nur mehr unter dem Ladentisch in ….. erhältlich sei…WAS kann da passiert sein? HAT WER EINE IDEE ???
    Hab dann ohne ärztliche hilfe den entzug selber geschafft, hat aber 1.5 jahre gedauert….keiner WOLLTE helfen….

  3. Mit welchen Recht, bestimmen die Politiker in diesem Land, ob ich den Freitod wählen kann oder nicht.

    Jeder Mensch in Deutschland sollte das Recht haben, über sein Leben selbst zu entscheiden.
    Natürlich bin ich auch für eine Bedenkzeit, ich wäre
    für 2 Monate, um nicht unüberlegt zu handeln.
    Sollte dann die betreffende Person immer noch den Wunsch haben zu Sterben, dann sollte ein Arzt dies Mittel verschreiben dürfen.

    Dies humaner, als sich vor den Zug legen ober vom Hochhaus zu springen.

    So würden andere dieses Elend es gar nicht sehen und würden nicht mit diesen schrecklichen Bilder konfrontiert.

  4. Nur das Mittel ist nicht erhältlich.
    Und wenn, ist die Reinheit nicht garantiert.
    Schade, so werden wir wohl weiter bevormundet.
    Wolfgang Hrubesch

  5. Ich habe selbst seit 1/2 Jahr jeden Tag Schmerzen und habe schon oft gesagt, dass ich nicht mehr kann und an meinen psychischen und körperlichen Grenzen bin. Von mir aus probier ich auch noch irgendeine Therapie (hatte schon 2 Schmerztherapien, leider kein langfristiger Erfolg). Aber dann möchte ich bestimmen, wenn ich nicht mehr kann. Würde mir wünschen, dass es legal in Deutschland erhältlich ist und das man eine Freitodbegleitung hat. Es gibt soviel Elend bei uns, es wird nicht weniger, nur weil man es nicht sehen will.

    1. Lieber Gott, es kann doch nicht sein, dass man alles körperlich aushalten muss, dass man sich so quälen muss, gerade bei chronischen Krankheiten, an denen man Jahrzehnte leidet, ohne sterben zu können, und warum müssen wir uns selbst bei tödlichen Krankheiten so lange quälen. Alles wurde im Leben verbessert, nur das Sterben ist immer noch so qualvoll wie eh und je….müssen Menschen wirklich springen, sich erhängen, auf die Schienen legen und andere noch damit traumatisieren? Nur weil man einfach nicht sterben darf!!! Wenn ich meinen Körper nicht mehr aushalte, wenn ich einfach keine Kraft mehr habe, werde ich von der Gesellschaft gezwungen, weiterzuleben. Oder muss mich schäbig und würdelos um die Ecke bringen. Da dreht man doch durch, lasst doch die Menschen in Frieden gehen! Gehen lassen ist auch eine Form der Nächstenliebe! Sterbehilfe sollte unbedingt in Deutschland eingeführt werden! Es ist so wichtig, keiner möchte unnötig leiden. Jeder kann nur selbst beurteilen, ob er noch kann oder nicht.

  6. Hallo!

    Stimme allen vorangegangenen Meinungen voll zu.
    Da ja bald wieder Wahlen sind,würde mich interessieren,
    ob es überhaupt eine der Parteien gibt,welche og. Selbstbestimmungsrecht vertreten würde
    E.Miege

  7. seit s73 tagen sehe ich meinen Mann nach einer Hirntumoroperation sterben.Diese Qual mitzuerleben ist mehr als ein Mensch ertragen kann.Alles was ich besitze würde ich hergeben um ihn noch weitere Leiden zu ersparen,Wer verkauft mir Pentobarbital?Und wer sagt mir wie man es anwenden muß?

    1. gebt ,endlich jedem leidenden Menschen die Chance aus dem Leben zu scheiden ,wenn es unerträglich geworden ist.Gebt dem Menschen das Mitgefühl, das man jedem Tier zugesteht.erlaubt Humanität

  8. ich habe Epilepsie und möchte sanft einschlafen, wenn das Gehirn soweit geschädigt ist. Das Leben ist nicht mehr lebenswert wenn man aus dem Koma erwacht und nichts mehr alleine kann. Den naheliegenden Personen wird es dadurch auch nicht leicht gemacht. Suche noch einen präzisen Wortlaut, dass die Ärzte mir eine Infusion geben dürfen und dadurch nicht belangt werden. Bei den Tieren geht es einfacher.

    1. Hallo. Zunächst einmal vielen Dank für Ihren Kommentar. Leider muss ich Sie darauf hinweisen, dass wir ausschließlich eine Website mit informativen Inhalt sind. Wir dürfen und können Sie nicht hinsichtlich des Wortlauts einer eventuellen Patientenverfügung beraten. Unter folgendem Link finden Sie Adressen von Sterbehilfeorganisationen, die Ihnen diesbezüglich helfen können: http://www.gedanken-universum.de/sterbehilfeorganisationen/ Nach unserem Kenntnisstand ist allerdings die aktive Sterbehilfe, die tödliche Infusion eines Arztes wäre eine solche, in Deutschland verboten. Wir wünschen Ihnen trotz allem für Ihre Zukunft alles Gute und hoffen, dass sie eine selbstbestimmte Entscheidung bezüglich ihres Leidens treffen dürfen.

  9. Dass es keine Wiederkehr gibt, wird von mehr als 3/4 der Weltbevölkerung ziemlich eindeutig bestritten. Nur die monotheistischen Religionen spielen mit dieser: „man lebt nur einmal “ Nummer herum, um ihre Gläubigen psychisch zu manipulieren: Himmel und Hölle und dieser ganze erfundene Quatsch.
    Die Wahrheit über die verbotene Sterbehilfe hat einen Aspekt auf den scheinbar keiner kommt.
    Ist eigentlich jemandem klar, was die Pflege- und Lebenserhaltung sehr alter Menschen und sehr kranker Menschen für ein Riesengeschäft ist? In dieser völlig überalterten Gesellschaft? Jeder Pflegeplatz der Pflegestufe 3, jede langandauernde Krebsbehandlung oder jede Palliativmedizinische Behandlung und „Sterbebegleitung“ wird monatlich mit vier und fünfsstelligen Beträgen abgerechnet, die teilweise völlig überteuerten Medikamente nicht eingerechnet. Und wenn es nicht von Versicherungen ganz oder überhaupt abgedeckt wird, wird das Vermögen der Angehörigen dafür eingezogen. Ein „todsicheres“ Gewinngeschäft.
    Das ist nach meiner Beobachtung der Hauptaspekt für das Verbot der Sterbehilfe. Die würde nämlich dieses schäbige Geldverdienen in diesem Bereich weitgehend abschaffen. Wirtschaftswachstum, Frau Merkel, um jeden Preis.

    1. Hallo Michael. Ihre Ausführungen treffen weitesgehend den Nagel auf dem Kopf. Leider ist die deutsche Gesellschaft zum größten Teil konsum- und gewinnorientiert. Mit dem Leid anderer Menschen werden Millionen von Euros umgesetzt und dabei oft die Würde des einzelnen Menschen vergessen. Zum Glück kann man sich aber auch als Deutscher an die Schweizer Sterbehilfevereine wenden, Mitglied werden und dann gegebenfalls ihre Angebote in Anspruch nehmen. Nachteil ist natürlich, dass man dafür in die Schweiz fahren muss, und seine letzte Reise nicht im gewohnten Umfeld, bei seiner eigenen Familie, seinen Liebsten starten kann. Tieren wird diese Würde gewährt. Denn diese kann man zu Hause bei ihren Liebsten von ihrem Leid erlösen und über die Regenbogenbrücke geleiten. Beim Menschen geht dieses nicht. Sehr schade für ein Land, das so weit fortgeschritten sein will.

    2. Und dreimal dürfen Sie raten, wer an diesem schmutzigen Deal kräftig mit absahnt….na, erraten ?

      Natürlich !
      Unsere Politiker !
      Solche Kreaturen, wie Gröhe, Span, merkel, aber auch die Roten und Grünen werden von Dräger, Aventis, Bayer, Sandoz und Geygi über die so genannten “ Politischen Vereinigungen “ mit „Schein-Baren “ Argumenten versorgt.
      Tanzt dann jemand aus der Reihe, und will diese jahrelangen Qualen mit der chemischen Keule nicht ertragen, wird er von Spitälern und “ Fachärzten“ aussortiert und an den nächsten weiter gereicht.
      Trotzdem werde ich mich als Betroffener um eine humane Erlösung bemühen, allein, in der Schweiz oder den Niederlanden.
      Zwei Länder, deren demokratische Kultur die deutsche Bevormundung weit in den Schatten stellt.

      Lieber Michael, Danke für Ihren sehr guten Beitrag, auf den ich leider erst heute gestoßen bin, der schluß spricht mir tief aus der Seele !

      freundliche Grüße aus Heidelberg

  10. Immer schmerzen zu haben, sich zu quälen, leiden dauerhaft mit chronischer Krankheit, nicht sterben dürfen, zum leiden verurteilt, langsam dahinkrepieren über Jahre, unmenschlich, wer hält das aus?!? Zum Leben gezwungen werden, kraftlos, einfach nur schrecklich. Nicht mehr zu können , aber alles erdulden müssen. Das ist grausam.
    Keine Wahl zu haben. Muss man sich erhängen, vor den Zug springen, vom Hochhaus stürzen?!? Wie schrecklich!! Und zudem unsicher und noch mehr Schmerz!
    So fortschrittlich, können zum mondfliegen, dürfen aber nicht sterben, mit Maschinen immer weiter leben und leben, was kein Leben mehr ist. Irgendwann ist man leidensmüde! Doch erhört einfach nicht auf!

  11. Ich wäre schon froh, wenn es solche Stellen wie Dignitas auch in Deutschland gäbe. Ich fände es unwürdig mir hintenrum etwas besorgen zu müssen, wenn ich mal sterben will. Sollte nicht jeder in Würde abtreten dürfen? Die alten Griechen haben das ihren größten Geistern auch gegönnt.
    Das Problem sind die Kirchen, die zuviel Macht in der Ethikkommission haben. Rein humanistisch ist Sterbehilfe eine aufgeklärte tat, genau wie der Suizid, Es ist ein Zeichen von Selbstbestimmtheit.

  12. Hat jemand schon mal daran gedacht, dass nicht nur Tieren mehr Gnade widerfährt. Wie kann es sein, dass eine werdende Mutter nach einem lächerlichen Gespräch die Erlaubnis hat, fremdes Leben zu töten durch eine Abtreibung, wo es so viele Paare gibt, die selbst keine Kinder haben können. Aber ein denkender Mensch, der für sich zu dem Schluss kommt, seinem Leben besser ein Ende zu setzen, muss sich vergewaltigen, geheime oder grausame Pfade beschreiten. Oder noch schlimmer, er muss andere in sein Elend hineinziehen oder denkt jemand mal an einen Lokführer, der einen Suizid erlebt hat?
    Das ist eine kranke Moral, für die es weder eine Erklärung, eine Rechtfertigung noch eine Entschuldigung gibt.

  13. Bin seit einigen Tagen selbst mit diesem Thema konfroniert,
    (Magen-Karzinom, T3 ? Streuung mit mangelnder Hämoglobinbildung,kleiner als 10 ? und 6-8 Lymphknoten -Tumoren…
    Ich stelle mir bereits die Frage nach einer “ Reise in den Süden „.

    Von unseren Politikern lasse ich mir meine letzten Tage nicht vorschreiben…

  14. Genau das ist der Punkt: Ungeborenes Leben darf abgetrieben werden, doch wenn ein Mensch seinem eigenen Leid ein Ende machen möchte, bestimmen andere über ihn und sagen Nein!
    Der Mensch ist sein eigener Herr, denn es gibt weder Götter noch einen Gott. Deshalb ist es unsere vornehmste Aufgabe, selbst für eine von Liebe und Mitgefühl geprägte Welt zu sorgen, in der niemand das Recht besitzt, anderen zu diktieren, Leid ertragen zu müssen.
    Niemand darf anderen Menschen Leid zufügen. Auch nicht, indem er sie direkt oder indirekt zwingt, solches zu ertragen!!!

    1. Liebe und Mitgefühl sind sehr schöne, relevante Stichwörter, die einen wesentlichen Teil des Themas Sterbehilfe und Abgabe von potentiell tödlich wirkenden Medikamenten darstellen. Denn zu lieben bedeutet auch loslassen und einen Menschen friedlich gehen lassen zu können. In voller Nächstenliebe einem Menschen einen für ihn würdigen Abschied zu ermöglichen. Es wäre schön wenn Deutschland einen Fortschritt bezüglich der Sterbehilfe zulässt. Vielleicht ist das Urteil des Bundesverwaltungsgericht Leipzig vom 02. März 2017 bezüglich der Erlaubnisfähigkeit des Erwerbs eines in hoher Dosierung tölich wirkendem Betäubungsmittels ein erster kleiner Schritt in eine bessere Zukunft. Kein Mensch sollte von irgendjemand anderem, auch nicht von einem Staat, dazu genötigt werden, für ihn unerträgliches Leid aushalten zu müssen, obwohl er sich im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte wünscht, für immer friedvoll und würdevoll einschlafen zu dürfen.

  15. Man muss unsicheren qualvollen Suizid begehen, um aus einer schweren Krankheit, die vielleicht nicht mal tödlich ist, sondern jahrzehntelange Schmerzen und Leiden beinhaltet, zu befreien.
    Unglaublich in einer solchen modernen aufgeklärten Welt.
    Die Gegner der Sterbehilfe waren wohl alle noch nicht in einer solchen hoffnungslosen, verzweifelten Lage. Gesunde können sich einfach nicht wirklich vorstellen, wie es ist , nicht leben zu können, aber auch nicht sterben zu können, einer der allerschlimmsten Zustände im menschlichen Leben, es gibt nichts schlimmeres! Und es hilft niemand. Man ist völlig im Körper gefangen und ganz allein. Und eigentlich alle suizidmethoden sind entweder unsicher oder grausam oder schmerzvoll. Hat das ein jahrelang leidender chronischer schmerzpatient verdient? Wie viel kann und muss ein Mensch ertragen? Statt Sterbehelfer wird eher noch das Leben künstlich verlängert, damit man noch länger leiden muss. Absolut unverständlich. Jeder kann sich glücklich schätzen, wenn er gesund ist, außer kleinen Wehwehchen, und plötzlich tot umfällt! Es ist schlimm jahrelang als Pflegefall liegen zu müssen, obwohl die Seele endlich den Körper verlassen will. Mit Apparatemedizin wird der Körper erhalten und ein „Gehendürfen“ verhindert. Der schwerkranke Mensch wird nicht gehört. Die Gesetze werden von Gesunden verabschiedet. Alles so traurig. Andere Länder sind uns weit voraus.

  16. Es ist grausam, wenn der Körper nicht mehr mitspielt und man sich gefangen fühlt. Tiere werden erlöst. Selbst in der freien Natur gibt es keine lang leidenden Tiere, sie verhungern oder werden gefressen. Nur wir Menschen müssen ewig aushalten, alles. Hat das Gott gewollt? Oder haben wir uns das selbst erschaffen durch unseren „grandiosen“ medizinischen Fortschritt. Segen oder Fluch? Mit gesundem Körper kann das Leben Spaß machen, aber in jungen Jahren schon bettlägerig zu sein, nein das will ich nicht und meine Seele auch nicht. Aber es gibt keine Erlösung. Woher soll man die Kraft nehmen, dies auf Dauer auszuhalten. Meine Seele möchte diesen Körper verlassen, doch kann nicht entkommen. Mein Herz hört nicht auf zu schlagen. Absolute Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit.
    Gebt doch jedem Menschen die Möglichkeit „sich einschläfern“ zu lassen. Es klingt zwar erschreckend, aber nur weil wir den Tod immer versuchen zu verdrängen. Es ist grausam im schwerkranken Körper sein zu müssen. Bitte lasst Sterbehilfe wahr werden. Lasst die armen Menschen nicht allein mit ihrem Schicksal, sie tragen schon so schwer.

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